Le Chant du Glacier
Ein Filmprojekt in der Arktis mit Unterstützung von DILLING


Im März 2025 reiste ein Filmteam zu der kleinen norwegischen Inselgruppe Spitzbergen in der Arktis, um dort den Dokumentarfilm Le Chant du Glacier – Das Lied des Gletschers zu drehen.
Auf dieser Expedition trugen Regisseurin Chloé, Kameramann Erwan und Gletscherforscher Ugo Kleidung von DILLING. Das Team berichtet hier ausführlich über den Sinn von Projekt und Film, seine Erlebnisse auf dieser Reise und die Erfahrungen mit Wollkleidung bei extremen Minusgraden.
Das Lied des Gletschers
„Im März sind wir nach Spitzbergen aufgebrochen, um dort mit Le Chant du Glacier (Das Lied des Gletschers) zu beginnen. Wir waren zu dritt: Chloé, die Regisseurin, Erwan, der Kameramann, und Ugo, der Gletscherforscher. Mit der Reise begleiten wir das Projekt Glacier Lamentation, das den Gletschern zuhört und ihre Stimmen in Musik verwandelt.
Unser Ziel waren keine Landschaftsaufnahmen im üblichen Sinne, wir wollten vielmehr etwas aufzeichnen, was man normalerweise nicht hört: den Gletscher selbst."
Das Eis hören statt Diagramme auswerten
„Bei Glacier Lamentation kommen Musiker, Künstler und Wissenschaftler zusammen. Sie fangen nicht mit Diagrammen und Statistiken an, sondern mit den Geräuschen.
Mikrofone werden direkt auf dem Eis platziert, aber auch in Gletscherhöhlen und deren Umgebung. Das Eis, die Luft, das Gestein vibrieren und diese Vibrationen werden aufgezeichnet und umgewandelt. Anschließend entstehen daraus improvisierte, einzigartige Kompositionen. Eine der wichtigsten Ideen des Projekts ist die enge Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern, wodurch die Informationen aus Daten und Messwerten gewissermaßen hör- und erlebbar werden.
Der Klimawandel wird häufig über Kurven, Modelle und Prognosen vermittelt. Auch wenn diese wichtig sind, fühlen sich viele Menschen überfordert und stumpfen ab. Wir denken nicht immer nur rational. Wir reagieren auch auf Emotionen, Empfindungen und auf Dinge, die sich gar nicht in Worte fassen lassen. Deshalb wollen wir mit dieser Musik den Menschen unterschiedliche, vielleicht sogar gegensätzliche Emotionen vermitteln: Schönheit und Gewalt, Fremdartigkeit und Sanftheit, Traurigkeit und eine Art leiser Freude. Wir hoffen, mit dieser Mischung ihre Aufmerksamkeit zu wecken und sie vielleicht sogar zum Kampf gegen den Klimawandel zu motivieren.
Der perfekte Ort dafür ist der, an dem der Klimawandel greifbar wird: Spitzbergen.“




Spitzbergen: wunderschön, gefährdet, fragil
„Spitzbergen ist eine kleine, zu Norwegen gehörende Inselgruppe in der Arktis, die zwischen dem europäischen Festland und dem Nordpol liegt. Es gibt keine Wälder, sondern nur kahle Berge, Gletscher und Meereis. Die winzigen Ortschaften liegen mitten im Nirgendwo. Im Winter steht die Sonne sehr tief und ist manchmal wochenlang nicht zu sehen, sodass die Tage in einer tiefblauen Dämmerung ineinander übergehen.
Die Wissenschaftler, die wir dort getroffen haben, betrachten Spitzbergen als eine der Fronten des Klimawandels: Etwa 60 % sind von Gletschern bedeckt und die Region erwärmt sich siebenmal schneller als der globale Durchschnitt. Die Klimakrise ist unmittelbar in das Eis gemeißelt.
Ein unglaubliches und stilles Fleckchen Erde, unter dessen Oberfläche eine ständige Spannung spürbar ist. Stürme können schnell aufziehen. Die Sicht verschwindet innerhalb weniger Minuten. Außerhalb der Ortschaften bewegt man sich ganz eindeutig auf dem Gebiet der Eisbären. Wenn man darüber liest, sind Veränderung und Fragilität sehr abstrakt, aber sobald man das Eis betritt und mit der Arbeit beginnt, werden sie sehr real.“

Kälte als Teil des Arbeitsalltags
„Bei –20 bis –30 °C ist Kälte viel mehr als nur eine Zahl in der Wetter-App. Sie ist konstant. Sie stellt den Körper vor Herausforderungen, verlangsamt jede Bewegung und macht unglaublich müde. Für ganz einfache Handgriffe wie das Öffnen einer Tasche, das Wechseln eines Objektivs, das Festzurren eines Gurts oder das Betätigen einer kleinen Taste an der Kamera braucht man plötzlich viel mehr Zeit und Konzentration.
Als kleines Filmteam mussten wir unsere Kameras, Objektive, Tontechnik und Schutzausrüstung selbst transportieren. Auf der technischen Ebene waren wir nur zu zweit. Unser Gepäck musste möglichst klein und leicht sein, wir waren stundenlang draußen in der Kälte unterwegs. Solche Bedingungen verstärken alles und kleinste Fehler können große Auswirkungen haben: auf das Bild, den Sound – und auf den Körper.“
Hier oben funktioniert nur Wolle
„Vor unserer Abreise haben wir viel über eine einfache Frage diskutiert: Was tragen wir eigentlich bei der Arbeit? Ugo hat jahrelang in der Arktis gearbeitet und brachte es auf den Punkt:
„Wolle, Wolle und noch mehr Wolle. Etwas anderes funktioniert da oben nicht.“
Also haben wir seinen Rat beherzigt und Kleidung aus Merinowolle von DILLING eingepackt.
Auf dem Eis wurde die Kleidung schnell von einem vernachlässigbaren Detail zu einem wichtigen Teil des Arbeitsalltags. Erneut reichte ein Satz von Ugo, um uns dies zu verdeutlichen. Mitten in einem heftigen Schneesturm sagte er:
„Legt niemals eure Handschuhe irgendwo ab. Wenn ihr sie auszieht, steckt sie gut ein. Lasst sie nicht fallen. Bei diesem Wind verliert ihr sonst nicht nur den Handschuh, sondern die ganze Hand.“
Das hat uns noch einmal klar gemacht, dass Kleidung auf dem Eis viel mehr als nur Komfort bedeutet. Sie ist entscheidend dafür, dass wir sicher arbeiten können.“


Schichten mit Bewegungsfreiheit
„An den kältesten Tagen haben wir immer mehrere Kleidungsschichten übereinander getragen. Direkt auf der Haut eine Basisschicht aus Merinowolle, also ein langärmliges Oberteil und Leggings, mit einem Merino-Fleece als Isolationsschicht. Darüber haben wir dann unsere Skibekleidung angezogen und anschließend den Schneeanzug, in dem wir draußen die meiste Zeit unterwegs waren.
Auf dem Kopf kam eine Schlupfmütze, manchmal noch mit einer dickeren Schneemobil-Schlupfmütze und einer normalen Mütze darüber. Dazu kamen Halswärmer als Schutz für Gesicht und Nacken gegen starken Wind.
Bei den Füßen waren wir sehr überrascht: Ein gutes Paar Wollsocken funktionierte besser als zwei Schichten. Durch das eine Paar blieben unsere Füße wärmer und es gab keine Kompression, die die Durchblutung behindert hätte. Kalte Füße können einen ganzen Arbeitstag ruinieren und unter diesen Bedingungen außerdem schnell zum Sicherheitsrisiko werden.“

„Da ist Wolle etwas ganz Besonderes“
„Unsere Tage hatten einen ganz komischen Rhythmus. Erst stehen wir fast komplett still in einer Eishöhle, im Dunkeln, hören dem Gletscher zu und zeichnen auf. Dann wieder rasen wir mit dem Schneemobil durch ein vereistes Tal oder laufen durch den Wind über ein offenes Plateau. So haben wir ständig Schichten an- und wieder ausgezogen, zwischen Ruhe und Anstrengung, Wind und Schutz.
Ganz egal, wie vorsichtig man ist: Bei diesem Stop-and-Go fängt man irgendwann an zu schwitzen. Manchmal ist die Kleidung einfach feucht, auch wenn man das möglichst vermeiden will. Da kommt dann die besondere Eigenschaft von Wolle zum Tragen: Sie hält selbst dann warm, wenn sie feucht ist. Im Gegensatz zu synthetischen Materialien, die kalt und damit zur Gefahr werden.“
Eine Basisschicht reicht
„Unsere Tage dauerten bis zu zwölf Stunden und der Zugang zu einer Waschmaschine war alles andere als selbstverständlich. Da unser Gepäck voller Filmausrüstung war, gab es nur wenig Platz für Kleidung. Aber dank der natürlichen Eigenschaften von Merinowolle konnten wir die gleiche Basisschicht mehrere Tage am Stück tragen, ohne dass sie schlecht roch. Auf einer Expedition wie dieser, bei der jedes Kilo zählt, war das wirklich wichtig.
Was den Komfort betrifft, war die Kleidung von DILLING genau das, was man von Funktionskleidung erwartet: Man spürte sie kaum. Wir hatten immer mindestens zehn Kilo Kleidung und Sicherheitsausrüstung pro Person dabei, dazu kam die Filmausrüstung, sodass wir uns nie besonders leicht oder elegant bewegt haben. Aber die Basisschichten aus Merinowolle und das Fleece schränkten uns auch nicht zusätzlich ein. Meistens haben wir sogar vergessen, dass wir sie trugen. Wenn man nicht über seine Kleidung nachdenken muss, kann man sich besser auf die Arbeit konzentrieren.“




Gleiche Schichten, andere Voraussetzungen
„Das Klima in meiner Heimat Frankreich ist im Vergleich natürlich mild. Trotzdem ist die Wollkleidung kein bloßes Souvenir der Expedition. Wir tragen sie weiterhin regelmäßig. Das Fleece ist besonders im Alltag sehr beliebt. Die Basisschichten aus Merinowolle tragen wir bei Nacht-Shootings im Winter und an langen Tagen im Freien. Während wir in der Arktis viele Schichten übereinander trugen, reicht hier meist eine Basisschicht unter einer Outdoor-Schicht. Damit bleiben wir stundenlang warm und haben die nötige Bewegungsfreiheit für die Arbeit.“
Ein Film über Verbindungen
„Le Chant du Glacier ist ein Film über Verbindungen: zwischen Wissenschaft und Kunst, zwischen dem Menschen und der Umwelt, zwischen Daten und Emotionen. Aber für uns geht es darin auch um Schichten: wissenschaftliche Daten und improvisierte Musik, raue Landschaften und intime Klänge, die physische Realität unserer Arbeit und ihre emotionale Wirkung auf ein Publikum. In Spitzbergen haben wir gelernt, dass alle diese Schichten voneinander abhängig sind, von den Instrumenten und Messgeräten bis zur Kleidung, die man trägt.
Wenn man nicht ständig friert, kann man sich auf die wichtigen Dinge konzentrieren: den Gletscher und die Menschen, die man filmt. Die Kleidung von DILLING hat uns ganz unauffällig die Zeit und den Komfort gegeben, damit wir uns draußen aufhalten und ihnen zuhören konnten.”


2026: Mit DILLING zurück in die Arktis
Das Filmteam kehrt am 1. Februar 2026 nach Spitzbergen zurück, um die Dreharbeiten fortzusetzen. Wir sind sehr stolz, dass es sich dazu erneut für Kleidung von DILLING entschieden hat.
Natürlich begleiten wir das Team und das Projekt in der Arktis auch weiterhin.
Der Dokumentarfilm „Das Lied des Gletschers“ von Chloé Reymond und Co-Autor Ugo Nanni.
Kamera: Erwan Le Cornec. Die Premiere des Films ist für 2027 geplant.
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